Die 5 beliebtesten Rituale und Ideen für dein Mother Blessing
Mit Ritualen können wir Übergänge und Schwellenzeiten in unserem Leben begleiten, wie den Übergang von der Frau zur Mutter. Übergänge bringen immer Veränderungen, oft auch Herausforderungen mit sich und Rituale können uns helfen diese Übergänge bewusst zu begehen und zu gestalten.
Wenn eine Frau zu mir kommt und sich ein Mother Blessing (Blessingway) mit mir wünscht, versuche ich es in allen Facetten auf diese Frau zuzuschneiden. Ich bespreche mit der Frau, was genau sie sich wünscht, was sie erwartet, was sie fühlen und erleben möchte. Wir besprechen, ob es etwas gibt, das sie auf keinen Fall in ihrem Mother Blessing haben möchte.
Ich bekomme ein Gefühl für ihre Persönlichkeit, ihr Wesen, ihren Geschmack, das was ihr wichtig ist. Ich stimme mich auf sie ein.
Je nachdem was sie sich wünscht, wähle ich dann die Rituale für ihr Blessing aus.
Hier ist meistens weniger mehr.
Die Rituale gehen oft viel tiefer als es im ersten Moment vielleicht wirkt und nehmen zeitlich, aber vor allem auch energetisch total viel Raum ein. Das heißt, wenn wir zu viele Rituale mit in das Mother Blessing nehmen, wird es für alle schwierig die Energie und den Fokus zu halten und die Rituale werden schnell zu leeren Hüllen.
Gerade um solche Übergänge, wie den von der Frau zur Mutter, zu begleiten und auch einfach sichtbar zu machen, bieten Rituale eine wunderbare Möglichkeit.
Sie geben uns Raum diesen Schritt von der Frau zur Mutter, von der Mutter eines Kindes zur Mutter mehrerer Kinder bewusst zu machen und bewusst zu begehen. Die Rituale geben uns die Möglichkeit für einen Moment innezuhalten und unseren ganzen Fokus, unsere ganze Aufmerksamkeit nur auf diesen Prozess zu lenken.
Im folgenden stelle ich dir nun die fünf beliebtesten und meist gewünschten Blessingway Rituale und Ideen vor.
Gemeinsames Singen
Nicht nur alleine zuhause unter der Dusche, sondern laut und mit anderen gemeinsam zu singen, fällt vielen nicht leicht, hat aber eine unheimliche Kraft.
Singen schafft Verbindung. Wir finden einen gemeinsamen Ton, schwingen uns miteinander und aufeinander ein und es kann eine Verbindung und Gemeinschaft entstehen, die ohne das gemeinsame Singen einfach deutlich mehr (Zeit) bräuchte.
Ein Netz weben
Wie mithilfe eines kleinen Wollknäuels innerhalb von Minuten eine Verbindung zwischen den Teilnehmerinnen geschaffen, das Gefühl von Gemeinschaft gestärkt und die Schwangere empowered wird, erfahrt ihr hier.
Alles was ihr braucht, ist ein kleines Wollknäuel. Bei der Farbe bevorzuge ich meist ein dunkles Rot, weil es für mich DIE Farbe für Schwangerschaft, Geburt und Weiblichkeit ist. Das Knäuel Wolle wird von Frau zu Frau gegeben, wobei jede Frau den Faden zwei-, dreimal locker um ihr Handgelenk wickelt. Das Knäuel kann sowohl reihum gegeben werden, als auch kreuz und quer- hierbei entsteht dann ein wunderbar sichtbares Netz zwischen den Frauen. Das Ritual kann in vollkommener Stille durchgeführt werden, es kann aber auch dafür genutzt werden alle Frauen einmal zu Wort kommen zu lassen. Zum Beispiel kann jede Frau, sobald das Knäuel an sie weitergegeben wurde, erzählen woher sie die Schwangere kennt und was sie an ihr schätzt. Mit der Weitergabe der Wolle kann jede Frau der Schwangeren sagen, was sie ihr für ihre Geburt und Mutterschaft wünscht. Es können (Geburts-) Geschichten geteilt werden. Es können Segen gesprochen werden oder einfach Worte der Ermutigung. Hier gibt es wirklich unendlich viele Möglichkeiten.
Wenn das Netz fertig gewoben ist, jede Frau einen Faden um ihr Handgelenk liegen hat und alle Worte gesprochen sind, werden die Fäden wieder durchtrennt. Dies kann die Schwangere, diejenige, die das Ritual leitet, oder einfach jede Frau selbst tun. Hierbei behält jede Frau den Faden um ihr Handgelenk und bekommt ihn als ein kleines Armband verknotet.
In vielen Blessingways wird nun vereinbart, dass alle ihr Band bis zum Tag der Geburt tragen und es zum Beispiel dann durchtrennen, wenn das Kind geboren ist oder auch wenn die Geburt gerade beginnt.
Für die Gebärende kann das bei der Geburt nochmal ein gutes Zeichen sein nun loszulassen und sich nochmal mit all den ermutigenden Worten des Blessings zu durchfluten. Auch die anderen Teilnehmerinnen werden durch das Armband immer wieder an die besondere Zeit des Blessingways erinnert und daran der Schwangeren immer mal wieder gute Gedanken zu schicken.
Kerzenrituale
Ein Ritualgegenstand, der in keiner meiner Zeremonien fehlt, ist die Kerze.
Kerzen sind unheimliche Stimmungsmacher, die direkt für eine ehrfürchtige und andächtige Atmosphäre sorgen. Kerzen sind ein Symbol für das Leben und damit absolut prädestiniert für ein Mother Blessing.
Neben Kerzen als Deko Element kannst du sie auch für eine Vielzahl von Ritualen nutzen.
In eine Kerze können zum Beispiel die Wünsche für die schwangere Frau gegeben werden und die Frau kann sie entzünden, wenn die Geburt beginnt, oder einfach, wenn sie etwas Support braucht.
Eine schöne Idee ist es auch zwei am Docht verbundene Kerzen zu nehmen und sie von der schwangeren Frau durchtrennen zu lassen als Symbol dafür, dass sie bereit für die Geburt ist.
Oft wird auch jeder Teilnehmerin eine Kerze überreicht, die sie mit Nachhause nehmen und zu Beginn der Geburt entzünden und damit der Gebärenden gute Wünsche schicken soll. Die Kerzen können beispielsweise von der Schwangeren an die Teilnehmerinnen überreicht werden und jede Teilnehmerin kann hierbei schon einmal laut aussprechen, was sie der Frau für die Geburt wünscht und mit welchen Gedanken sie die Kerze dann entzünden wird.
Blessing Armband
Ein weiteres Ritual, das wohl eines der populärsten in Bezug auf Mother Blessings ist, ist das Perlenritual. Jede Frau wird im Vorfeld (zum Beispiel mit der Einladung) gebeten, ein oder zwei Perlen für die Schwangere zu besorgen und zur Blessing-Feier mitzubringen. Ich habe immer auch ein paar Extraperlen dabei, falls eine der Frauen ihre Perlen vergessen hat oder keine besorgen konnte.
Für das Ritual wird außerdem noch eine dünne, aber stabile Schnur, eine Nadel für die Perlen mit sehr kleinem Loch und eine Schere benötigt.
Während dem Ritual überreicht nun jede Frau einzeln ihre Perlen an die Schwangere. Für jede Perle steht ein Wunsch, ein Segen oder eine Ermutigung, die sie der Schwangeren mit auf den Weg geben möchte.
Die Schwangere fädelt alle überreichten Perlen auf ein Band auf und erhält so je nach bevorzugter Tragweise, ein Armband oder eine Kette.
Diese kann sie dann bei der Geburt (gerne aber natürlich auch schon davor und danach!) tragen und sich mit jeder Perle an die bekräftigenden und ermutigenden Worte erinnern.
Erzählkreis
Dass Frauen im Kreis beisammen sitzen und ihre Geschichten miteinander teilen und sich gegenseitig bestärken ist eine uralte Tradition und darf endlich auch in unserer Zeit wieder mehr gelebt werden. Auch für ein Mother Blessing kann es total nährend sein, wenn von verschiedenen Frauen, vielleicht sogar verschiedenen Generationen Geschichten geteilt werden, bestärkende Geschichten über Geburt und Mutterschaft.
Wichtig ist hierbei darauf zu achten und daran zu erinnern wirklich nur bestärkende Geschichten zu teilen. Alle Geburtsgeschichten sind es wert erzählt zu werden und alle Geschichten brauchen ihren Raum. Während einem Mother Blessing ist Raum für alle bestärkenden Geschichten.
Fußbad
Einer anderen Person die Füße zu waschen ist in vielen Kulturen eine uralte Tradition.
Während einem Mother Blessing gibt ein traditionelles Fußbad der werdenden Mutter die Möglichkeit sich ganz entspannt zurückzulehnen, die liebevolle Pflege, die ihr zuteil wird, anzunehmen und sich voller Vertrauen und Entspannung dem hinzugeben.
Eine wunderbare Übung für die Geburt, denn hier geht es ganz stark ums Loslassen, ums Vertrauen und Entspannen.
Mit einem Fußbad werden die Füße gereinigt, die die werdende Mutter und zur Zeit auch noch das ungeborene Kind Tag für Tag durchs Leben tragen.
Da die werdende Mutter gerade an einem Übergang steht, können die Füße für diesen Schritt in ein neues Leben (das Leben als Mutter, als Familie) und für die Wege, die die Frau gehen wird, gesegnet werden.
Die Fußwaschung kann prinzipiell von jeder anwesenden Teilnehmerin durchgeführt werden. Es bietet sich an, eine Person auszuwählen, die der werdenden Mutter besonders vertraut ist.
Eine schöne Geste ist es, wenn beispielsweise die Hebamme oder die Geburtsbegleitung die Füße der Schwangeren wäscht und so ein Zeichen setzt, ganz im Dienst der Frau zu stehen.
Für das Fußbad wird eine ausreichend große Schale (lieber zu groß als zu klein!) benötigt, warmes Wasser (ich habe immer noch zusätzliches kaltes Wasser und eine Kanne heißes Wasser bereitstehen, um schnell die für die Schwangere angenehme Temperatur herstellen zu können), ein Kissen für die Massierende, ausreichend Handtücher, ein Massageöl und nach Belieben geeignete Badezusätze (zum Beispiel Meersalz, Blütenblätter und Rosenöl).
Wichtig ist, dass die Schwangere es während dem Fußbad wirklich bequem hat und sich zurücklehnen kann. Wenn sie es mag, können ihr während des Fußbads auch die Schultern, der Kopf und die Hände massiert werden. Dies können mehrere Frauen gemeinsam tun.
Für das Fußbad werden beide Füße vorsichtig in das warme Wasser gestellt (Achtung- nicht zu viel Wasser einfüllen!). Die Beine können immer wieder mit warmem Wasser umspült werden und wenn die Füße eine Zeit lang gebadet wurden nimmt die vor der Schwangeren kniende Frau die Füße einzeln aus dem Wasser, trocknet sie ab und massiert sie mit etwas Öl.
Es gibt Frauen für die ist die Vorstellung die Füße gewaschen zu bekommen eher schaurig als schön. Das möglichst in einem Vorgespräch erfragen. So können für jede Frau die passenden Rituale gefunden werden.
Wenn du mehr über diese besondere Zeremonie erfahren magst, komm in unsere Mother Blessing Ausbildung. Hier lernst du alles, was es braucht, um eine solche Zeremonie für eine oder mehrere andere Frauen zu halten.